{"id":3679,"date":"2018-05-28T23:32:57","date_gmt":"2018-05-28T21:32:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hal-allergy.com\/?page_id=3679"},"modified":"2018-05-29T00:26:20","modified_gmt":"2018-05-28T22:26:20","slug":"immunsystem","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.hal-allergy.com\/de\/immunsystem\/","title":{"rendered":"Therapie"},"content":{"rendered":"<h3>Spezifische Immuntherapie, Allergenimpfung<\/h3>\n<h4><\/h4>\n<h4>Was ist eigentlich eine Allergie?<\/h4>\n<p>Unter Allergie versteht man im allgemeinen eine \u00dcberempfindlichkeit des Immunsystems auf an sich unsch\u00e4dliche Stoffe aus der Umwelt wie z. B. Pollen, Tierhaare und -schuppen, Insektengifte, Nahrungsmittel und viele andere. Solche Stoffe werden als Allergene bezeichnet. Die Neigung zur \u00dcberempfindlichkeit ist angeboren.<\/p>\n<p>Sie kann sich in einer F\u00fclle von Krankheitsbildern wie Bindehautentz\u00fcndung, Flie\u00dfschnupfen, Nesselsucht, Bronchialasthma u. a. \u00e4u\u00dfern, die letzten Endes alle auf eine Entz\u00fcndungsreaktion zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. Bevor es dazu kommt, m\u00fcssen \u00e4u\u00dfere Faktoren wie z. B. ein besonders intensiver Kontakt zu bestimmten Allergenen hinzutreten, um das Fa\u00df zum \u00dcberlaufen zu bringen.<\/p>\n<h4><\/h4>\n<h4>Warum ist eine Behandlung \u00fcberhaupt notwendig?<\/h4>\n<p>Die Symptome eines Heuschnupfens z.B. d\u00fcrfen nicht als harmlose und eventuell l\u00e4stige Krankheitserscheinungen heruntergespielt werden. Es besteht n\u00e4mlich die Gefahr, da\u00df die Entz\u00fcndung, die jeder allergischen Erkrankung zugrundeliegt, sich auf die tieferen Atemwege, die Bronchien, ausweitet. So kann sich aus dem vermeintlich &#8220;banalen&#8221; Heuschnupfen ein Asthma bronchiale entwickeln.<\/p>\n<p>Diese Verschlimmerung wird von Medizinern bei immerhin 30% aller Atemwegsallergiker beobachtet, die nicht oder nicht rechtzeitig einer an der Ursache angreifenden Behandlung zugef\u00fchrt werden.<\/p>\n<h4><\/h4>\n<h4>Welche Formen der Behandlung sind m\u00f6glich?<\/h4>\n<p>Der beste Weg zu vollst\u00e4ndiger Beschwerdefreiheit ist die konsequente Meidung der krankheitsausl\u00f6senden Allergene. F\u00fcr die meisten Allergene wie z.B. Pollen, bestimmte Schimmelpilze und manche Tierhaare ist dies jedoch nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich werden Sie immer versuchen, den krankheitsausl\u00f6senden Allergenen aus dem Wege zu gehen. Dies ist auch eine sinnvolle Verhaltensweise, die zu einer Linderung der Beschwerden beitragen kann. Wo die Allergenmeidung nicht konsequent einzuhalten ist, bietet sich als weitere Behandlungsm\u00f6glichkeit die spezifische Immuntherapie (fr\u00fcher: Hypo- oder Desensibilisierung) an. Diese Therapie kann Ihre Beschwerden vollst\u00e4ndig heilen oder zumindest erheblich lindern.<\/p>\n<h4><\/h4>\n<h4>Was bedeutet &#8220;spezifische lmmuntherapie&#8221;?<\/h4>\n<p>Es handelt sich um eine Behandlungsform, bei der z.B. einem Birkenpollenallergiker nat\u00fcrliche Bestandteile von Birkenpollen verabreicht werden. Diese Behandlung ist spezifisch, weil nur die ausl\u00f6senden Allergene verabreicht werden. Sie wird von Medizinern als lmmuntherapie bezeichnet, weil sie auf das Immunsystem einwirkt, es sozusagen umstimmt.<\/p>\n<p>Die am h\u00e4ufigsten durchgef\u00fchrte und von Wissenschaftlern am besten untersuchte Form der spezifischen lmmuntherapie besteht aus der Verabreichung von Injektionen. Dabei wird die Allergenl\u00f6sung an der Au\u00dfenseite des Oberarms unter die Haut gespritzt. Den Anfang der Therapie bildet die Grundbehandlung. Dies bedeutet, da\u00df die Injektionen in der Regel einmal pro Woche gegeben werden. Die Allergendosis ist am Anfang gering und wird von Ihrem Arzt behutsam, aber kontinuierlich gesteigert.<\/p>\n<h4><\/h4>\n<h4>An die Grundbehandlung kann sich die Fortsetzungsbehandlung anschlie\u00dfen.<\/h4>\n<p>Wenn Ihre individuelle H\u00f6chstdosis erreicht ist, kann sich die Fortsetzungsbehandlung anschlie\u00dfen, in denen Ihnen Ihr Arzt die individuelle H\u00f6chstdosis im Abstand von mehreren Wochen injiziert. \u00dcber die individuelle Vorgehensweise entscheidet Ihr behandelnder Arzt, der die Therapie intensiv mit Ihnen bespricht.<\/p>\n<p>Wissenschaftler haben in intensiver Forschungsarbeit diese Therapie noch entscheidend verbessert. Die nat\u00fcrlichen Bestandteile der Allergenl\u00f6sung konnten gezielt chemisch ver\u00e4ndert werden.<\/p>\n<p>Damit wurde es m\u00f6glich, die Grundbehandlung, die fr\u00fcher f\u00fcr Sie w\u00f6chentliche Injektionen f\u00fcr bis zu vier Monate bedeutet h\u00e4tte, auf einen Zeitraum von nur sechs Wochen zu verk\u00fcrzen. Diese moderne Therapie wurde bisher f\u00fcr die wichtigsten Pollen entwickelt. Fragen Sie dazu bitte Ihren Arzt.<\/p>\n<p>F\u00fcr Kinder oder Allergiker mit sehr ausgepr\u00e4gter \u00dcberempfindlichkeit wurde eine Tropfentherapie entwickelt. Die Tropfen, die die nat\u00fcrlichen Eiwei\u00dfstoffe enthalten, werden aus einer Flasche unter die Zunge getropft und vor dem Schlucken zwei bis drei Minuten im Mund gehalten. So werden die Wirkstoffe am besten aufgenommen.<br \/>\nNach Anweisung Ihres Arztes sind die Tropfen in steigender Zahl, bis zu einer individuell unterschiedlichen H\u00f6chstmenge, einzunehmen. Diese H\u00f6chstmenge wird danach t\u00e4glich oder mehrmals w\u00f6chentlich \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum weiter eingenommen.<\/p>\n<h4><\/h4>\n<h4>Ab wann und wie lange wird die spezifische Immuntherapie durchgef\u00fchrt?<\/h4>\n<p>Etwa ab dem 5. vollendeten Lebensjahr kann die Behandlung aufgenommen werden, wenn entsprechende Symptome wie allergischer Schnupfen, allergische Bindehautentz\u00fcndung oder ein allergisches Asthma bronchiale vorliegen. Der Arzt hat vor dem Beginn der Behandlung durch eine Reihe von Untersuchungen festgestellt, welche Allergene f\u00fcr die Erkrankung verantwortlich sind. Au\u00dferdem hat er abgekl\u00e4rt, ob Begleiterkrankungen vorliegen, die einer spezifischen Immuntherapie im Wege stehen. Wenn alle Ergebnisse der Untersuchungen f\u00fcr die Einleitung einer Behandlung sprechen, sollte sie ohne Verz\u00f6gerung begonnen werden. Den genauen Zeitpunkt legt Ihr Arzt fest.<\/p>\n<h4><\/h4>\n<h4>Je fr\u00fcher die spezifische Immuntherapie begonnen wird, um so besser sind die Erfolgschancen.<\/h4>\n<p>Die Behandlungszeit betr\u00e4gt in der Regel etwa 3 Jahre, aber schon im 1. Behandlungsjahr werden Sie eine sp\u00fcrbare Besserung erfahren. Die Dauer h\u00e4ngt u. a. davon ab, wie gut die in steigender Dosierung verabreichte Allergenl\u00f6sung vertragen wird und wie schnell die Beschwerden abnehmen. Eine rasche Abnahme der Beschwerden sollte Sie aber nicht dazu verleiten, die Therapie vorzeitig abzubrechen, da der langfristige Erfolg entscheidend von der Dauer der Therapie abh\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Der Zeitraum von 3-5 Jahren h\u00f6rt sich lange an, aber bedenken Sie bitte, da\u00df die medikament\u00f6se Therapie, z.B. mit Kortison, lebenslang durchgef\u00fchrt werden mu\u00df und nicht frei von Nebenwirkungen ist. Die enge Zusammenarbeit zwischen Patient und Arzt ist von gro\u00dfer Bedeutung.<\/p>\n<h4><\/h4>\n<h4>Hat die spezifische Immuntherapie auch unerw\u00fcnschte Wirkungen?<\/h4>\n<p>Wie jede andere Behandlung kann auch die spezifische Immuntherapie zu unerw\u00fcnschten Reaktionen f\u00fchren. Der allergologisch erfahrene Arzt kennt alle Ma\u00dfnahmen und verf\u00fcgt \u00fcber Mittel zu Behandlung von Nebenwirkungen. Er bespricht mit dem Patienten vor Beginn der Therapie, worauf dieser besonders achten mu\u00df.<\/p>\n<p>Leichte Hautreaktionen (R\u00f6tungen und Schwellungen) an der Einstichstelle sind verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig h\u00e4ufig, jedoch meist harmlos. Starke Schwellungen des Armes m\u00fcssen in der Praxis nachbeobachtet und eventuell lokal behandelt werden. In solchen F\u00e4llen wird meistens eine Dosisverringerung erforderlich sein.<\/p>\n<p>In seltenen F\u00e4llen k\u00f6nnen Allgemeinreaktionen auftreten wie z.B. Juckreiz, Hautausschlag, Husten oder Atemnot, Herzklopfen oder Schwindel. Ein lebensbedrohlicher Kreislaufschock wird noch seltener beobachtet. Dazu kann es kommen, wenn trotz aller Sorgfalt versehentlich geringe Mengen der Allergenl\u00f6sung in die Blutbahn gelangen. In solchen F\u00e4llen wird der Arzt ohne Zeitverlust die notwendige Schockbehandlung durchf\u00fchren.<\/p>\n<h4><\/h4>\n<h4>Wie k\u00f6nnen Sie die Therapie sinnvoll unterst\u00fctzen?<\/h4>\n<p>Ihre Mitarbeit ist f\u00fcr die Therapie besonders wichtig. Sie haben den Erfolg selbst in der Hand.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Auf folgende Punkte sollten Sie achten:<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>Die Abst\u00e4nde zwischen den einzelnen Injektionen bzw. den Tropfeneinnahmen m\u00fcssen genau eingehalten werden.<\/li>\n<li>Nach jeder Injektion m\u00fcssen Sie mindestens 30 Minuten in der Praxis bleiben, so da\u00df Ihr Arzt schnell und kompetent eingreifen kann. Bemerken Sie w\u00e4hrend der Wartezeit irgend etwas Ungew\u00f6hnliches (z. B. Jucken im Rachen, an der Hand oder der Fu\u00dfsohle, Niesreiz, Husten, Atemnot, Hautjucken, Hitzegef\u00fchl, Schwindel), wenden Sie sich bitte sofort an Ihren Arzt oder dessen Sprechstundenhilfe.<\/li>\n<li>Wenn nach Verlassen der Praxis ungew\u00f6hnliche Symptome auftreten oder die bekannten Beschwerden verst\u00e4rkt auftreten, sollten Sie ebenfalls sofort mit dem behandelnden Arzt Kontakt aufnehmen.<\/li>\n<li>Vor jeder erneuten Injektion informieren Sie bitte Ihren Arzt dar\u00fcber, wie Sie die letzte Injektion vertragen haben, welche Medikamente Sie zur Zeit einnehmen und ob Sie gegenw\u00e4rtig erkrankt sind (auch auf die bekannten allergischen Beschwerden hinweisen, falls diese sich erneut eingestellt haben).<\/li>\n<li>Am Tag der Injektion sollen k\u00f6rperliche Anstrengungen jeder Art (insbesondere sportliche Aktivit\u00e4ten) sowie au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastungen (z.B. auch hei\u00dfes Duschen) unbedingt vermieden werden.<\/li>\n<li>W\u00e4hrend der gesamten Dauer der Behandlung versuchen Sie bitte, die f\u00fcr Ihre Beschwerden urs\u00e4chlichen Allergene so gut wie m\u00f6glich zu meiden.<\/li>\n<li>Insbesondere k\u00f6nnen Hausstaubmilbenallergiker die Therapie in idealer Weise durch die Benutzung von milbendichten Matratzen und Bettbez\u00fcgen unterst\u00fctzen, denn die meisten Milben befinden sich im Bett. Diese Bez\u00fcge f\u00fchren zu einer drastischen Verminderung der eingeatmeten Allergene. Sie werden \u00fcber Matratzen, Oberbetten und Kopfkissen gezogen und mit dem Rei\u00dfverschlu\u00df sorgf\u00e4ltig verschlossen. Dar\u00fcber wird die normale Bettw\u00e4sche gezogen. Die \u00dcberz\u00fcge sind wasserdampfdurchl\u00e4ssig, so da\u00df der \u00fcber Nacht produzierte Schwei\u00df leicht abtransportiert werden kann.<\/li>\n<\/ul>\n<h4><\/h4>\n<h4>Das Leben nach der Allergie<\/h4>\n<p>Von einer erfolgreichen Behandlung ist immer dann zu sprechen, wenn der Patient am Ende der Therapie keine Beschwerden mehr hat oder die Beschwerden deutlich gelindert wer den konnten. F\u00fcr den Patienten mit einer Pollenallergie bedeutet dies, da\u00df er Fr\u00fchling und Sommer ohne Heuschnupfen oder mit h\u00f6chstens geringen Symptomen genie\u00dfen kann und der Entstehung eines Asthmas vorgebeugt wurde. Der Hausstaubmilbenallergiker wird insbesondere in den Wintermonaten ohne wesentliche Beeintr\u00e4chtigungen nachts gut schlafen k\u00f6nnen. Der Bienen- oder Wespengiftallergiker wird sich ohne Angst vor Stichen im Sommer im Freien aufhalten k\u00f6nnen. Mit einer Erfolgsquote von 95% zeigt die spezifische Immuntherapie mit Bienen- oder Wespengift die besten Erfolge.<\/p>\n<h4><\/h4>\n<h4>Bei der Behandlung von Pollenallergien liegt die Erfolgsquote zwischen 80 und 90%, bei Milbenallergien zwischen 70 und 80%.<\/h4>\n<p>Allgemein gesehen ist die spezifische Immuntherapie in 70 bis 85% aller F\u00e4lle als sehr erfolgreich zu bewerten. Nat\u00fcrlich h\u00e4ngt der Behandlungserfolg auch vom Alter der Patienten und der Schwere der Beschwerden zum Zeitpunkt des Therapiebeginns ab. Au\u00dferdem spielen die verwendeten Allergene eine Rolle.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Spezifische Immuntherapie, Allergenimpfung Was ist eigentlich eine Allergie? 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